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Vietnamesischer Koriander in Deutschland – Das Kraut, das in meinem Garten fast nie fehlt

Wie ich Rau Răm aus Stängeln vom Asiamarkt vermehre, den Topf in einen Wassereimer stelle und die Pflanze in Deutschland über den Winter bringe.

Autor
FlamaBloom
Veröffentlicht
16. Juli 2026
Aktualisiert
16. Juli 2026
Lesezeit
4 Min. Lesezeit
Ein kräftiger Topf Rau Răm in einem Garten in Deutschland.

Manche Pflanzen baue ich aus Neugier an.

Manche, weil ich wissen möchte, ob sie den deutschen Winter aushalten.

Bei Rau Răm ist es anders.

Das ist ein Geschmack, den ich im Garten einfach gern griffbereit habe.

Rau Răm ist den meisten Menschen aus Vietnam sehr vertraut. Außerhalb Vietnams ist es oft als vietnamesischer Koriander, Vietnamese coriander oder Persicaria odorata bekannt. Dieses aromatische Kraut wird in der südostasiatischen Küche viel verwendet und seit Langem auch in der Volksmedizin erwähnt, unter anderem wegen seiner duftenden ätherischen Öle und einiger Inhaltsstoffe, die mit antioxidativen und leicht antibakteriellen Eigenschaften in Verbindung gebracht werden.

Für mich bleibt sein größter Wert aber ganz schlicht: Schon ein paar fein geschnittene Blätter geben einer Schale Reisbrei oder einem Topf Suppe den Geschmack von Zuhause.

Was ich besonders mag: Rau Răm lässt sich unglaublich leicht vermehren.

Samen musste ich dafür fast nie aussäen.

Wie ich Rau Răm vermehre

Wenn ich zum Asiamarkt gehe, kaufe ich meistens ein frisches Bündel Rau Răm.

Die Blätter und jungen Spitzen verwende ich zum Kochen.

Die Stängelstücke, etwa 7–10 cm lang, hebe ich auf.

Das sind die eigentlichen "Jungpflanzen" für die neue Saison.

Mit einer Schere oder einem scharfen Messer schneide ich die Enden sauber nach.

Danach stelle ich die Stängel in ein Glas mit sauberem Wasser.

Wenn ich die Luftfeuchtigkeit besser halten möchte, stülpe ich eine durchsichtige Plastiktüte darüber. So entsteht ein kleiner Gewächshauseffekt.

Meistens erscheinen schon nach 1–2 Tagen die ersten weißen Wurzeln an den Stängeln.

Ich warte nicht, bis das Wurzelwerk sehr lang ist.

Sobald die Wurzeln anfangen zu erscheinen, pflanze ich die Stängel direkt in Erde.

Der Trick, mit dem Rau Răm sehr schnell wächst

Nach vielen Jahren und mehreren Versuchen ist das die Methode, die bei mir am besten funktioniert.

Ich pflanze Rau Răm in einen ganz normalen Topf.

Danach stelle ich den ganzen Topf in einen großen Eimer.

Den Eimer fülle ich so weit mit Wasser, dass ungefähr zwei Drittel der Topfhöhe im Wasser stehen.

Ein Topf Rau Răm steht in einem größeren Eimer mit Wasser.
Ich stelle den ganzen Topf in einen Eimer, damit die Pflanze immer eine stabile Wasserversorgung hat.

Rau Răm liebt Wasser.

Wenn die Pflanze dauerhaft genug Wasser hat, bildet sie ständig neue Wurzeln, wächst sehr schnell und welkt fast nie.

Ein kleiner Topf reicht meiner Familie meist den ganzen Sommer.

Hellrosa Wurzeln wachsen rund um die Basis der Rau-Răm-Stängel im Topf.
Bei genug Wasser bildet Rau Răm viele neue Wurzeln rund um die Stängelbasis.
Ein Topf Rau Răm wird aus einem Eimer gehoben, darunter ist Wasser zu sehen.
Der Wasserstand im Eimer hält den Topfboden feucht, ohne dass ich ständig gießen muss.

Rau Răm in meiner Küche

Jeder Mensch hat wohl ein Gericht, das mit Rau Răm verbunden ist.

Bei mir sind es meistens:

  • Sehr fein geschnitten zu Reisbrei.
  • In einer Suppe mit Flaschenkürbis, wo das Kraut seinen ganz eigenen Duft gibt.
  • Oder getrocknet, fein geschnitten und mit Salz geröstet, als kleines Glas Rau-Răm-Salz für später.

Schon eine kleine Menge verändert das ganze Gericht.

Was mich am meisten überrascht hat

Wenn ich gefragt werde, welches asiatische Kraut in meinem Garten Kälte am besten verträgt, gehört Rau Răm sicher zu den ersten.

Ich hatte schon Töpfe mit Rau Răm, die zwei Winter hintereinander in Deutschland überlebt haben.

Wenn der Winter kommt, nehme ich den Topf nur aus dem Wassereimer, damit das Wasser nicht einfriert.

Danach steht der Topf im Haus oder im Gewächshaus draußen im Garten.

Mein Gewächshaus hat keine Heizung.

Im Winter gab es Zeiten, in denen die Temperatur auf etwa -10°C fiel. Die Pflanze wächst dann fast nicht mehr, und die Blätter können zurückgehen.

Aber im Frühling wird es interessant. Sobald ich wieder gieße oder den ganzen Topf wie vorher in den Wassereimer stelle, wacht die Pflanze sehr schnell auf.

Neue grüne Triebe kommen aus der Basis, fast so, als wäre der Winter nie durch den Garten gegangen.

Ein Kraut, das sich wirklich lohnt

Manche Pflanzen brauchen sehr viel Pflege.

Rau Răm nicht.

Ein paar Stängel, die nach dem Kochen übrig bleiben, ein Glas Wasser und ein kleiner Topf reichen für den Anfang.

Vielleicht steht deshalb jedes Jahr mindestens ein Topf Rau Răm in meinem Garten.

Nicht, weil es selten ist.

Sondern weil ich jedes Mal, wenn ich ein paar Blätter abschneide und in die Küche bringe, das Gefühl habe, dass Zuhause ganz ruhig weiterwächst, mitten in einem Garten in Deutschland.

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